Der Veganpfarrer

…aber sonst ziemlich normal!

Vegan leben 

Vorbemerkung

Zum veganen Leben und seinen Vorzügen - für die Tiere, unsere Mitmenschen, die Umwelt, unsere Gesundheit - gibt es bereits hervorragende Info-Dossiers. Wer sich dafür interessiert, wird etwa bei der Veganen Gesellschaft Schweiz und bei tier-im-fokus.ch fündig, Wärmstens empfehlen kann ich auch ausserdem Blog des Graslutschers und den YouTube-Kanal des Artgenossen, wo diese die meistgehörten "Gegenargumente" so pointiert auseinandernehmen, dass es eine Freude ist!

Hier möchte ich lediglich erzählen, weshalb ich vegan lebe.


Meine Motive - und mein Weg

Zunächst: Ich habe keinen Grund, überheblich zu sein. Es ist ja nicht so, als ob ich nicht selbst viele Jahre lang Fleisch-, Ei- und Milchprodukte genossen und Kleidung und Accessoires aus Leder und Wolle getragen hätte!

In einer selbstkritischen Minute realisierte ich dann allerdings, wie widersprüchlich es ist zu sagen, ich hätte Tiere gern - und mich zugleich auf mein Kotelett zu freuen (und ich habe Koteletts geliebt!). Tiere gern haben und dennoch Tiere für mich töten lassen? Das geht ja auf keine... naja: Kuhhaut! So zog ich im Juli 2013 praktische Konsequenzen aus meiner Haltung und wurde Vegetarier.

In den darauffolgenden Monaten beschäftigte ich mich intensiver mit tierethischer Literatur und in diesem Zusammenhang auch mit der Realität z.B. der Eier-, Milch- und Wolleindustrie. Dabei lernte ich, dass auch hier Tiere leiden und getötet werden, und beides eben nicht "versehentlich" oder allein bei den... naja: "schwarzen Schafen" unter den Betrieben - sondern als notwendige Voraussetzung der Produktion! (Siehe die Links ganz oben.) So passte ich mein Verhalten meinem erweiterten Wissen an und lebe jetzt seit Mai 2014 vegan.

Ich meinte: Ich bin heute in meinen Ansichten genauso wenig "extrem", wie ich das als Vegetarier oder als Allesesser war, als ich ja auch "Tiere gern hatte". Schon damals fand ich ja: Für mich und meinen Komfort soll kein Tier leiden! (Und um nichts Anderes als um Komfort geht es, zumal es gewaltfreie Alternativen en masse gibt.) Heute lebe ich also einfach konsequenter nach meinem Gewissen. Das Tun entspricht stärker der Haltung.

Wiewohl ich aus tierethischen Überlegungen Veganer wurde, freue ich mich, dass ich dadurch auch der Umwelt etwas Gutes tue und ein Zeichen gegen den Welthunger setze, der zu einem grossen Teil durch die "Tier-Industrie" verursacht wird. Vegan zu leben ist dann keine sentimentale Übertreibung, sondern - die vernünftige Konsequenz. (Erhellendes zum Thema "nachhaltige Ernährung" gibt es z.B. bei Sentience Politics.)


Als Veganer in der Kirche

Betrachte ich die Argumente "pro vegan", so erstaunt und beschämt es mich, dass auf Seiten der Kirchenleitungen - egal, welcher Konfession - keinerlei Bestrebungen da sind, das vegane Leben zu propagieren. Es reicht aber doch nicht, von Gewaltlosigkeit, von Nächstenliebe und von der Bewahrung der Schöpfung nur zu reden: Wem es ernst ist damit, die/der sollte auch danach leben! (Sehen Sie dazu auch meinen Offenen Brief vom Mai 2015.)

Trotz dieser Kritik fühle ich mich in der reformierten Kirche zu Hause. Sie ist auch meine Kirche! Weil sie das ist, werde ich mich auch in Zukunft immer wieder, intern wie öffentlich, zu Wort melden, wenn es um die Anliegen von uns Veganerinnen und Veganern geht: zugunsten der Tiere, der Ärmsten unter unseren Mitmenschen und der Umwelt. Unsere Anliegen sind deren Anliegen.


Weiteres Engagement

Ich bin im Vorstand von AKUT ("Aktion Kirche und Tiere") sowie Mitglied bei der Veganen Gesellschaft Schweiz, bei tier-im-fokus.ch, Animal Rights Watch und Animal Equality. An Animal Equality, die mit Recherchen und Bildungsarbeit sehr erfolgreich (und dabei äusserst effektiv) sind, überweise ich seit Januar 2016 zehn Prozent meines Salärs. Daneben unterstütze ich den Gnadenhof Hof Narr mit einer symbolischen Patenschaft.